Chronik des Musikvereins Neuburgweier

 

 

1927 Die Gründung des Vereins

Der Musikverein Neuburgweier wurde im Jahr 1927 gegründet. Folgende Gründungsmitglieder waren bei der Entstehung maßgeblich beteiligt: Fridolin Müller, Richard Neu, Karl Schindele IV, Otto Rihm, Albert Schindele, Wilhelm Walter, Ludwig Maier, Hermann Schof I, August Dirschnabel, Wilhelm Dirschnabel, Adolf Müller, Gregor Becker, August Schof.

 

Die erste Ausbildung der Musiker erfolgte durch den Dirigenten Adolf Müller aus Durmersheim. Musikinstrumente, Noten und Honorar des Dirigenten mussten die Musiker in der Anfangszeit selbst bezahlen, da der neugegründete Verein über keinerlei Geldmittel verfügte.

 

Opferbereitschaft und Idealismus waren erforderlich ein solches Projekt aus der Taufe zu heben. Im Jahre 1928 wurde das Gründungsfest unter Teilnahme von mehreren Musikvereinen der Region veranstaltet. Es folgen Gartenfeste und Weihnachtsfeiern. Bei Veranstaltungen der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde hat die Musikkapelle regelmäßig ihre Auftritte. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges ruhte die Vereinsarbeit von September 1939 bis Ende 1946. Ein großer Schaden ist dem Musikverein durch die Zerstörung des Rathauses im April 1945 entstanden. Alle Unterlagen, Noten und vereinseigenen Musikinstrumente wurden vernichtet. Die Musikproben wurden bis 1939 im Schulsaal des Rathauses abgehalten.

 

Das Jahr 1947

Unter schwierigen Bedingungen wurde der Verein im Jahre 1947 wieder ins Leben gerufen. Die erste Versammlung, zu der zahlreiche Musikfreunde gekommen sind, hatte am 09.11.1947 im Saal des Gasthauses zum Adler stattgefunden. Zum 1. Vorstand wurde Alt-Adlerwirt Adolf Schof gewählt. Die musikalische Leitung der Kapelle wurde Adolf Müller übertragen. Unter mühevoller Arbeit der Vorstandschaft, Verwaltung und der Musiker wurde die Kapelle wieder neu aufgebaut. Schon bald erreichte sie einen beachtlichen Stand. Eine wichtige Aufgabe des Vereins war, die Kapelle mit Nachwuchskräften zu verstärken. Die ersten Aktivitäten waren Faschingsveranstaltungen und Platzkonzerte.

 

Am 27.08.1950 hat die Kapelle am Festumzug bei der 1000-Jahr Feier der Gemeinde Mörsch teilgenommen.

 

Das Jahr 1952

Vom 28. bis 30.06.1952 wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert. An drei Festtagen haben 12 befreundete Musikvereine, der Gesangverein Liederkranz, der Harmonika-Spielring und der SC Neuburgweier teilgenommen. Festpräsident war Bürgermeister Josef Hettel.

 

Das 30-jährige Stiftungsfest wurde vom 17. bis 19.08.1957 und das 40-jährige Stiftungsfest vom 01. bis 03.07.1967 veranstaltet. Zahlreiche Musikvereine aus der Umgebung sowie die örtlichen Vereine nahmen daran teil.

 

Das Jahr 1977

Im Jahr 1977 war das 50-jährige Jubiläumsfest des Musikvereins. Es wurde mit einem Festkonzert am 04.06.1977 eingeleitet. Als Ehrengäste waren Bürgermeister Winter, Ortsvorsteher Rudi Becker, Verbandspräsident Richard Felleisen, Stellvertreter Ewald Burkart und Bezirksvorsitzender Kurt Stehr eingeladen.

 

Die Festtage des Jubiläums waren vom 11. bis 13.06.1977. Zehn Musikvereine, der Gesangverein Liederkranz und Harmonika-Spielring haben durch Musik- und Liedvorträge zur Unterhaltung über die Festtage beigetragen.

 

Vom 20. bis 22.06.1987 wurde das 60-jährige Stiftungsfest und vom 07. bis 09.06.1997 das 70-jährige Stiftungsfest durchgeführt. An beiden Stiftungsfesten wurden vom Blasmusikverband Karlsruhe dem Musikverein die Ausrichtung der Bezirksmusikfeste Obere Hardt übertragen.

 

Das Jahr 1982

Zum Verbandsmusikfest in Mörsch vom 12. bis 13.06.1982 wurde der Musikverein Harmonie Lutterbach/Elsaß eingeladen. Die Musiker aus Lutterbach wurden an den beiden Festtagen in Neuburgweier untergebracht, wo die ersten gegenseitigen Kontakte aufgenommen wurden. Es wurde beschlossen eine Partnerschaft mit dem Musikverein Harmonie Lutterbach zu schließen und die Partnerschaft durch gegenseitige Begegnungen zu pflegen. Die Partnerschaft wurde am 13. und 14.03.1983 in Lutterbach mit einem Gemeinschaftskonzert im Cosec besiegelt. Weitere Treffen beider Musikvereine folgten am 25. und 26.05.1985, 31.05. und 01.06.1986, 30.05.1987, 30.04.1989, 02.06.1991 und 25.06.1995 abwechselnd in Lutterbach und Neuburgweier.

 

Das Jahr 1985

Auf Wunsch vieler Musikfreunde aus Rheinstetten wurde am 20.10.1985 das 1. Rheinstettener Gemeinschaftskonzert der drei Musikvereine Forchheim, Mörsch und Neuburgwier durchgeführt. Es folgten bis zum Jahre 2000 neun weitere Gemeinschaftskonzerte. Die Ausrichtung erfolgte abwechselnd durch die drei Musikvereine. Ein weiteres Gemeinschaftskonzert des Harmonika-Spielrings Neuburgweier und Musikvereins Neuburgweier fand am 12.04.1992 in der Turnhalle Neuburgweier statt.

 

Ein Serenadenkonzert unter Mitwirkung der Marinesinger Rheinstetten wurde am 31.10.1999 in der Festhalle durchgeführt. Erstmals wurde am 01.07.2000 unter Mitwirkung des Musikverein Au am Rhein ein Sommernachtskonzert in der Zelthalle veranstaltet. Am 14.07.2001 folgte das 2. Sommernachtskonzert mit dem Musikverein Daxlanden.

 

Das Jahr 1990

Auf Anregung des Musikvereins wurde am 02.12.1990 auf dem Festplatzgelände der 1. Weier Nikolausmarkt veranstaltet. Der Markt soll zur ständigen Einrichtung jeweils am 1. Adventssonntag werden. Zwölf Vereine und Gruppen boten an weihnachtlichen Ständen Bastelarbeiten, Spezialitäten und Getränke an. Neben musikalischen Darbietungen der Jugend und Senioren des Musikvereins gab es spielerische Einlagen für Kinder und mehrere Auftritte des Nikolaus. Der Nikolausmarkt fand überwältigenden Anklang und wurde daher bis heute jährlich am ersten Adventssonntag durchgeführt.

 

Auch die Geselligkeit wurde beim Musikverein durch die Durchführung von Ausflügen gefördert. Folgende größere Ausflüge fanden statt: 1976 nach Mittenwald, 1981 nach Obergurgel/Ötztal, 1983 nach Pertisau am Achensee und Tagesfahrt zum Großklockner, 1986 nach Paris und Versailles, 1988 nach Saverne, Lutzelbourg und Straßburg, 1991 nach Wien und ins Burgenland und 1999 nach Prag.

 

Im Jahre 2001wurde dann nur die Pfalz besucht, das Hambacher Schloss und die Stadt Speyer standen auf dem Programm.

 

Ein weiteres Ausflugziel war Budapest in der Zeit vom 18. bis 23.05.1994. Eine Stadtbesichtigung, Fahrt in die Puszta und Teilnahme an einem Folkloreabend in Tarjän standen auf dem Programm. Am Pfingstsamstag den 21.05.1994 besuchte der Musikverein die Rheinstettener Partnergemeinde Vecsès. Am folgenden Pfingstsonntag umrahmte die Musikkapelle den feierlichen Gottesdienst mit der Darbietung der Deutschen Messe von Franz Schubert. Nachmittags fand ein gemeinsames Konzert der Musikvereine Vecsès und Neuburgweier auf der Freilichtbühne statt. Zu einem Gegenbesuch wurde die Musikkapelle aus Vecsès während der Pfingstfeiertage 1996 nach Neuburgweier eingeladen. Zusammen mit den Freunden aus Ungarn wurde das LKW-Werk von Daimler-Chrysler in Wörth besichtigt. Der erste Besuchstag endete mit einem Empfang durch den Bürgermeister Kurt Roth. Für die Unterhaltung sorgte die Musikkapelle von Vecsès. Die Gestaltung des Frühschoppens am Pfingstsonntag übernahm der Musikverein aus Mörsch. Mit einer Fahrt in den nördlichen Schwarzwald am Nachmittag wurde das offizielle Besuchsprogramm abgeschlossen.

 

Das Jahr 2001

Das Jahr 2001 war geprägt von der Kooperation der Rheinwald-Grundschule und des Musikvereins. Auch fand das Sommernachtskonzert unter Mitwirkung des MV-Daxlanden statt. Im Jahr 2002 dann wurde die monatelange Probearbeit und Integration der Jungmusiker im Verein mit der Jubiläumsfeier zum 75-jährigen Bestehen des Musikverein Neuburgweier gekrönt. Viele befreundete Vereine kamen zu diesem festlichen Anlass zusammen und gaben sich im Wechsel mit den eigenen Jugendkapellen ein musikalisches Stelldichein. 2004 wurde Peter Bresch für die 20-jährige Tätigkeit als Dirigent beim MVN geehrt. Dieses wurde ebenfalls mit einem großen Festakt gefeiert in dem erstmals die inzwischen in das Hauptorchester integrierten Jungmusiker mitwirkten.

 

Die ist nur eine kurze und knappe Übersicht über die besonderen und wichtigen Ereignisse seit der Gründung des Musikvereins. Heute steht der Musikverein Neuburgweier voll und ganz im Mittelpunkt des kulturellen Lebens und Geschehens in unserem Stadtteil. Auch in der näheren und weiteren Umgebung ist der Verein sehr gut bekannt und überall stets ein willkommener Gast. In allem was geschieht und unternommen wird, kann der Musikverein auf eine alte und bewährte Tradition zurückblicken.

 

Werner Eich